Haro Architects | Haus in Morzg

Haus in Morzg

Wettbewerb 1.PRIZE

Der Entwurf resultiert im hohen Maße aus den Gegebenheiten des Bauplatzes. Die Tatsache, dass sich das Grundstück ausschließlich von der Diabellistraße her erschließt und sich hier an der Südwestseite auch die schöne Gartenseite befindet, lässt ein Projekt entstehen, das in seiner baulichen Struktur bereits aus dieser Richtung kommend, verstanden und lesbar wird.

Wie ein großer Bogen überspannt der massive Brüstungsbauteil über dem Gartengeschoss die ganze Breite des Grundstückes und vereint darunter eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen zu einem gemeinsamen Ganzen. Das Obergeschoss wirkt im Gegensatz zum massiven Sockelbereich sehr leicht. Abgesetzt von der Hauptfassadenkante wird es durch ein frei auskragendes Walmdach gegen Witterung geschützt. Dem Haus nähert man sich an südöstlicher Seite. Eine Pergola (teilweise mit Glas überdeckt auch als Carport nutzbar) bietet einen privateren, geschützteren Bereich vor dem Hauseingang. Die Einfahrtsrichtung in die Garage ist im rechten Winkel zur Zufahrt angeordnet. Dies verhindert die direkte Sicht auf das Garagenportal und ermöglicht beim Ein- und Ausparken ein leichtes Reversieren.
In der Eingangshalle befindet sich neben der großzügigen Treppenanlage, Lift, Garderobe, Besucher-WC auch ein direkter Zugang zur Küche. Der Wohnraumbereich an der Südwestseite des Hauses erweitert sich über großzügige Schiebetüren förmlich in den Garten. Er vereint in seiner Größe von 9 x 9 Meter mehrere Zonen, die fließend in einander übergehen, wie der des Esstisches und der Sitzgruppe um den Kamin, sowie dem Fernseh- und Arbeitsbereich. Der Essbereich schließt, über einen direkten Zugang, direkt an die Küche an. Mit dem raumhohen Kaminblock entsteht eine Raum- und Sichttrennung zur Sitzgruppe. Sichtfenster auf beiden Seiten der Feuerkammer schaffen hier eine angenehme Kaminatmosphäre für den ganzen Wohnraum. Der Küche kommt aufgrund ihrer Position eine zentrale Rolle zu. Sie verbindet Eingangs-, Wohnraum- und Terrassenbereich. Ein großformatiges Fenster bietet Aussicht und Kontrolle der Einfahrt, ein Tisch gibt Gelegenheit zum Frühstücken und Kaffeetrinken in kleinerem Rahmen.
Über die großzügige Treppenanlage werden die drei Ebenen des Wohnhauses miteinander verbunden. Im Obergeschoss befinden sich Schlafzimmer und Gästezimmer als getrennte Einheiten. Den Bereich der Hausherren betritt man über einen großzügigen Schrankraum, der separate Zugänge zu beiden Schlafzimmer, sowie zu Bad und WC bietet. Der tiefe, vorgelagerte Balkon an der Gartenseite schützt vor Einsicht und ist durch das weit auskragende Vordach gegen Witterung geschützt.
Die Pergola bietet die Möglichkeit uneinsichtig in ihre bauliche Struktur Solarkollektoren zu integrieren. Eine teilweise Überdeckung mit Glas wäre ohne Zustimmung des Nachbarn möglich und würde zu den beiden Garagenstellplätzen einem zusätzlichen Carportstellplatz schaffen.
Die Räume im Untergeschoss werden über einen 3 m breiten Hof belichtet und belüftet. Der Wohn- und Arbeitsraum an der Nordostseite genießen so ein hervorragendes Raumklima.
Über die ebenfalls tagesbelichtete Treppe erreicht man den Weinkeller. Durch die Glastrennwand und Weinregale hindurch, fällt diffuses Licht in den Raum, reflektiert und bricht sich in den Glasflachen und erzeugt so eine einzigartige Stimmung. Im Anschluss befinden sich weitere Nebenräume für Lagerung und Technik. Als Heizungssystem wird eine Wärmepumpenanlage in Kombination einer Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung und Heizbetrieb des Pools vorgeschlagen. Das entsprechende System der Wärmepumpe muss je nach Bodenbeschaffenheit und Grundwasserstand gewählt werden.


Projekt 2014, Errichtung 2015