Haro Architects | House T

House T

Die Herausforderung, ein Projekt in privilegierter Lage zu entwickeln ist, ein Gebäude so in seine Umgebung zu integrieren und wirken zu lassen, als wäre es schon immer da gewesen. Der Bauplatz liegt am Stadtrand mit einer starken Sichtbeziehung Richtung Alpen. In diesem Fall ist die Besonderheit des Ortes mit seiner Topographie nicht nur Bedingung, sondern wird gleichzeitig zum Verbündeten im Prozess der Entwicklung.

Das Grundstück zeichnet sich durch seine dreieckige Grundform in steiler Hanglage aus.
Diese Situation erlaubt je nach Blickrichtung eine gänzlich unterschiedliche Wahrnehmung des Gebäudes. Das Gebäudevolumen wirkt an der Westseite, die gleichzeitig die Wetterseite ist, fest verankert und öffnet sich fächerartig in drei Dimensionen in Richtung Südosten. Diese Geste gibt den einzelnen Funktionen ihre individuelle Dimension und Orientierung. Im Südosten wird diese Bewegung im Bereich der Terrasse deutlich: Hier löst sich die Geschoßdecke als Plattform von der Gebäudehülle im Nordosten.

Von Nordosten erscheint das Volumen hermetisch geschlossen. Ihre Resistenz gegen Wind und Wetter wird besonders durch die vergraute und hinterlüftete Lärchenholzfassade unterstrichen. Quadratischen Öffnungen mit sehr tiefen, blechverkleideten Laibungen geben ihr Masse und Plastizität und stehen ganz im Gegensatz zur Offenheit und Leichtigkeit der Südfassade. Dieser Kontrast ermöglicht dem Betrachter eine vielfältige Wahrnehmung des Gebäudes mit seinen unterschiedlichen Maßstäben und Materialien entsprechend dem Standpunkt und der Sichtrichtung.

Das Einfamilienwohnhaus besteht aus drei Geschoßebenen, die im Zentrum durch eine dreiläufige Stiegenanlage, wie durch ein Rückgrat verbunden werden.

Im obersten Geschoß genießt man den grandiosen Blick Richtung Alpen, hier befindet sich der Küchen-, Ess- und Wohnbereich. In dieser Ebene betritt man das Haus vom bergseitigen Eingang sowie als Erweiterung des Wohnzimmers die großzügige Terrasse über eine kleine Treppe vom Garten aus. Alle Funktionen reihen sich hier in einer räumlichen Kontinuität aneinander, gefasst unter dem 5° geneigten Pultdachebene. Die Dachkonstruktion besteht aus Brettschichtholzelementplatten, welche die großen Spannweiten und Auskragungen gewährleistet.
Im Zwischengeschoss befinden sich Schlafräume, Bäder und Sauna. Weiters erhält man hier einen wettergeschützten Ausgang zum Garten unter den an der Südseite auskragenden Balkon. Die Zufahrt zum Haus befindet sich auf dritter und unterster Ebene. Die Garage und der Verbindungsgang zum Stiegenhaus liegen im Hang eingeschüttet und ermöglichen dadurch eine großzügigere Gartenfläche.
Fotos: Stefan Zauner


2013