Haro Architects | Katholisches Kompetenzzentrum Salzburg Süd

Katholisches Kompetenzzentrum Salzburg Süd

WETTBEWERB ANERKENNUNGSPREIS

Konzept:

Das Zentrum des Entwurfes bildet der denkmalgeschützte Kirchenbau um den sich zwei Einzelgebäude gruppieren. In ihrer Anordnung folgen sie einer konzentrischen Kreislinie und schaffen einen großen, ruhigen Innenhof. Die neue Gebäudestruktur bildet eine sensible Antwort auf die bestehenden Gebäude Kirche und Pfarrhof die sich harmonisch in die Umgebung einfügt.

Die Fassade folgt einer Bogenlinie und tritt subtil vor die bestehende Bauflucht des angrenzenden Bürogebäudes und folgt in natürlicher Weise dem Straßenverlauf der Friedenstraße Richtung Südosten.

Zusätzlich wird die beengte Situation des „Schwesternweges“ aufgeweitet. Die Wegstrecke wirkt nun kürzer und folgt logisch der Fassadenlinie.

Trotz der geschlossenen Front zur stärker befahrenen Friedensstraße schafft der Abstand zwischen den beiden Gebäuden und die teilweise transparente Erdgeschosszone Einsichten in den Pfarrgarten.

Das Areal wird vom Kreuzungspunkt Friedenstraße/Max-Reichlichstraße für den Verkehr erschlossen. Eine Begegnungszone ermöglicht ein angenehmes Miteinander von Fuß-, Rad- und Parkverkehr.  Von der Begegnungszone öffnet sich zwischen den beiden Bauelementen Verwaltungsgebäude und Kindergarten/Wohnbau ein direkter Einblick auf die Pfarrkirche mit ihrer beeindruckenden Apsis und dem dahinterstehenden Glockenturm. Der starke Bezug aller geschaffenen Räume zur Kirche im Zentrum zeigt sich hier am deutlichsten.

Baukörper:

Aufgrund der hohen Bebauungsdichte haben wir uns für 5 Vollgeschosse ohne Dachgeschoss entschieden. Richtung Pfarrgarten ermöglicht eine zweigeschossige Sockelzone die Unterbringung des Raumprogrammes und gliedert die Gebäudehöhen auf angenehmer Weise. Die Unterschiedlichkeit der Funktionseinheiten des Kindergartens und Wohnnutzung lässt sich klar erkennen.

Das hervortreten einzelner Gebäudeteile im Bereich der „Baunaht“ schafft einen starken formalen Zusammenhalt der Baukörper. An den Seiten sorgen geringere Gebäudetiefen für eine aufgelockerte Erscheinung.

Verwaltungsgebäude:

Das Gebäude wirkt durch seine klare Form und Erscheinung in sich ruhend. Die großteils verglaste Erdgeschoßzone vermittelt Offenheit und Zugänglichkeit. Die beiden Eingänge zum Verwaltungsbereich und den Caritas-Laden befinden sich an der Hauptfassade, der Zugang zur Sozialberatung am Durchgang mit Blick Richtung Pfarrkirche.

Über einer Sockelzone, befinden sich die Büroetagen. Eine große verglaste Öffnung an der Gebäudeecke im 2. Obergeschoss setzt einen starken Akzent und bietet direkten Einblick in den großen Besprechungsraum. Das hier angebrachte Logo „Caritas & Du“ unterstreicht den gemeinsamen Einsatz der Mitarbeiter in diesem belebten und viel genutzten Raum.

Die geplante Skelettbauweise bietet vor allem für die Bürogeschoße ein hohes Maß an Flexibilität. Die zweiachsige Anordnung mit zentral gelegenen Erschließungskern und kompaktem Sanitärbereich ermöglicht  Variantenreichtum und eine optimierte Flächenbilanz. Besprechungsinseln in Verbindung mit Teeküchen erhöhen die Kommunikation. Abgehängte Decken sorgen für ein angenehmes Raumklima und Akustik.

Kindergarten:

Der Kindergarten ist an der Nordwestecke der Parzelle situiert und orientiert sich Richtung Morgensonne und Pfarrhof. Der Gebäudeteil wirkt zunächst geschlossen. Die massive Fassade folgt mit ihrem bogenartigen Verlauf dem Grundkonzept des Projektes. Einschnitte und Öffnungen resultieren aus den jeweiligen Funktionen im Inneren. Das Raumprogramm ist auf zwei Ebenen untergebracht. Vier „Boxen“ beherbergen die Grundfunktionen wie eine KiGa-Gruppe, zwei Krabbelgruppen und den Administrationsbereich. Die sich ergebenden Zwischenbereiche dienen der Kommunikation und orientieren sich Richtung Garten. Der Vorraum stellt hier eine direkte Sichtbeziehung zwischen Schwesternweg und Garten her.

An der Gartenfassade schützen auskragende Terrassenfläche vor Sonne und Regen. Der Balkon im Obergeschoss ist mittels Rampe und Rutsche direkt mit dem Garten verbunden.

Kinder sind Forscher und neugierig auf ihre Umwelt. So ist es uns wichtig, neben der Gestaltung der Gruppenräume auch eine Umgebung zu schaffen, die auf ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten eingeht und verstärkt.

Von uns geplante Elemente wie Rampen, Rutschen, Terrassen auf unterschiedlichen Ebenen, Lichtkuppeln über dem Bewegungsraum, sowie die Verwendung unterschiedlichster Materialien sind dafür bestens geeignet. Der Kindergarten ist barrierefrei gestaltet. Ein Lift der die darüberliegenden Wohnungen erreicht, kann mittels Schlüsselfunktion mitbenützt werden und spart so Kosten in der Herstellung und im Betrieb.

Wohnbau:

Über dem zweigeschossigen Sockelbau des Kindergartens befindet sich der Wohnbau. Seine blockhafte Erscheinung markiert den Durchblick auf Pfarrkirche und Glockenturm. Zurückgesetzte Gebäudefronten sichern den Mietern ein privateres Wohnen über dem zeitweise belebten Pfarrgarten.

Die geschlossene Straßenfassade kontrastiert mit der rhythmischen Lochfassade des Verwaltungsgebäudes. Richtung Pfarrhof öffnen sich die Wohnungen, die Bewohner genießen hier Aussicht und Ruhe. Die Struktur baut auf der statischen Struktur auf, die wir für den Kindergarten entwickelt haben. Zusätzlich ermöglichen reduzierte Erschließungsflächen eine hohe Wirtschaftlichkeit.

Untergeschoss:

Die Struktur der Tiefgarage folgt in logischer Weise den darüberliegenden Bauteilen, Erschließungskerne zeichnen sich klar ab. Übersichtlichkeit und Wirtschaftlichkeit hatten auch hier oberstes Gebot.


2015