Haro Architects | Sozialer Wohnbau Zaunergasse

Sozialer Wohnbau Zaunergasse

Wettbewerb.

Städtebau:

Das städtebauliche Konzept resultiert klar aus den örtlichen Gegebenheiten:  Die Wahl der beinahe geschlossenen Bauform ermöglicht eine maximale Abschirmung gegenüber den Lärmeinflüssen durch Straße und Schiene aus Nord und Nordwest. Die lineare Anordnung der Baukörper stellt eine bewusste Antwort auf die bereits bestehende Wohnzeile an der Zaunergasse dar. Gemeinsam definieren sie einen neuen Raum im Stadtgebiet. Sie lässt nach Süden und Südosten hin einen neuen Lebensraum mit hoher Qualität entstehen.

 

Gestaltung:

Die scheinbar strenge Anordnung der Gebäude zueinander, wird durch Abstände zwischen den Gebäuden und Vor- und Rücksprünge aus der strengen Bauflucht aufgelockert. Unterschiedliche Gebäudehöhen beleben die Fassadenflucht. Im Norden und Nordwesten bildet die geschlossenere Fassade einen starken „Rücken“. Hier sind neben den Hauseingängen und vertikalen Erschließungen, ausschließlich Nebenräume angesiedelt.  Im Kontrast dazu präsentiert sich die Hoffassade. Hier sind allen Wohnräumen Balkone vorgelagert. Anstatt eines klaren Rhythmus durch versetzte Gebäudefluchten und Höhen sorgen hofseitig vertikale Faltungen für die Spannung. Fassaden und vorgelagerte Balkongeländer weichen von der Orthogonalität ab. Unterschiedliche Balkon- und Wohnräume entstehen, ohne sich zu wiederholen. Für den Betrachter entsteht eine vielfältige Tiefenwirkung, die auch die individuelle Nutzung der Bewohner wiederspiegelt.  Farbige Sonnenschutz-Rollos beleben die Fassadenn. In der Perspektive wird bewußt die Differenzierung  einzelner Gebäudeblöcke erschwert. Die entsteht eine Kontinuität der Flächen und Farben.

 

Erschließung, Parken, Außenbereiche:

Die Einfahrt in die Tiefgarage befindet sich am östlichsten Punkt des Grundstücks. Der Hof wird somit gänzlich frei vom Parkverkehr durch die Bewohner. Entlang der Zaunergasse werden die Besucherparkplätze angeordnet. Durch Mauereinfassungen und niedrige Wiesenhügel wird die Grenze zwischen Straßenraum und Grünfläche definiert. Fuß- und Radwegverbindungen erschließen die  einzelnen Gebäude und sorgen für die Durchlässigkeit.

 

Konstruktion, Materialien, Farben:

Als Bauweise wird ein Massivbau mit Vollwärmeschutzfassaden gewählt. Nord- und Nordwestseitig wird der Anteil der Fensterflächen reduziert und entsprechend der Funktion der Nebenräume ausgeführt. Diese fixverglasten Fensterflächen dienen rein zur Belichtung, zur Belüftung der Räume ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung vorgesehen. Die zum Hof orientierten Wohnräume erhalten großzügige Fenstertürelemente und Füllelemente aus gedämmten Holzpaneelen. Die Wohnräume werden hier optisch und funktionell um die Fläche des Balkons erweitert. Zur Beschattung dienen Rollos in der Ebene der Balkongeländer. Durch die Fassadengeometrie entstehen individuelle Balkonformen. Die Farbe des textilen Sonnenschutzes verstärkt die Identifikation mit der eigenen Wohnung und die Individualität und Vielfalt in der gesamten Wohnbebauung. Auf den Gebäuden wird ein Flachdach mit umlaufender Attika errichtet. Sonnenkollektorpaneele werden auf dem zentralen Mietgebäude installiert.


2011